Die Familien Eizinger, Krausenegg und Hoyos waren Eigentümer des Hauses bevor die Herrschaft Retz samt Schloss 1709 vom Kaiserlichen Hof-, Kriegs- und Finanzrat Konstantin Josef von Gatterburg gekauft wurde. 1711 ließ er den Schüttkasten bis an die Stadtmauer ausbauen und begann 1712 mit der Barockisierung. Aus diesem Jahr stammt auch das Türmchen in dessen Turmknauf folgende Gedenkschrift eingeschlossen wurde:
Aus dem Gang im 1. Stock wurden Zimmer geschaffen. Jener im 2. Stock und jener im Erdgeschoss blieben erhalten. 1873 wurde der Zwinger, der schon in den Jahren davor von der Stadt gepachtet worden war, gekauft um als Garten genützt werden zu können. 1848 wurde unter Kaiser Ferdinand I. die „Bäuerliche Unterthänigkeit“ und damit Zehent und Robot abgeschafft. 1860 gründeten „Die ehemaligen Gräflich von Gatterburg’schen Unterthanen“ einen Verein, dessen Zweck ein „geselliger, besprechender und unterhaltender“ sein sollte. Dieser Verein besteht auch heute noch als „Gatterburg’scher Unterthansverein“. Seit der Barockisierung blieb das Schlossgebäude in seiner Bausubstanz weitgehend unverändert, wenn es auch im 2. Weltkrieg von der russischen Besatzungsmacht beschlagnahmt wurde. Die Inneneinrichtung wurde damals schwer beschädigt.
Umbauten für eine zeitgemäße Nutzung ermöglichen etwa die Verwendung des alten Schüttkastens als Saal für das angrenzende Schlossgasthaus oder im Untergeschoss als Fahrradmuseum. Obwohl es den Anforderungen der heutigen Zeit behutsam angepasst wird ist das Haus Geschichtsträger und erinnert eindrucksvoll an längst vergangene Zeiten.
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